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Eine kulturhistorische Ausstellung über die Figur der Hexe – von der Antike bis in die Gegenwart.

Die Ausstellung zeichnet nach, wie sich die Vorstellung von der Hexe im Lauf der Geschichte verändert hat: von frühen Bildern weiblichen Wissens und heilkundiger Autorität über Dämonisierung und Verfolgung bis hin zu heutigen, selbstbewussten Umdeutungen.

Sie eröffnet alternative Blicke auf Frauen, die Wissen besaßen, Einfluss ausübten oder sich gesellschaftlichen Erwartungen widersetzten. Zugleich wird sichtbar, wie solche Eigenschaften in bestimmten historischen Zusammenhängen als Bedrohung markiert werden konnten. Die Vorstellung von der „Hexe“ war eng mit gesellschaftlichen Mustern verbunden, die Frauen misstrauten, ihnen weniger Autorität zugestanden und weibliches Wissen oder eigenständiges Handeln abwerteten.

Die Ausstellung beleuchtet die Mechanismen, durch die aus Verdächtigungen Gewissheiten und aus Vorurteilen tödliche Verfolgungen wurden: religiöse Deutungen, soziale Ängste, gerichtliche Verfahren, Denunziation und die Macht von Obrigkeiten. Der Malleus maleficarum, der sogenannte Hexenhammer, steht dabei beispielhaft für den Versuch, Frauenfeindlichkeit und Aberglauben in eine scheinbar gelehrte Ordnung zu bringen.

Dabei wird auch das absurde und erschreckend reale Grauen der Verfolgungen sichtbar: erzwungene Geständnisse, Folter, öffentliche Beschuldigungen und Hinrichtungen. Der Hexenwahn war jedoch nicht mit dem Ende der frühneuzeitlichen Hexenprozesse vollständig verschwunden. Noch in der Nachkriegszeit konnte der Vorwurf der Hexerei als Mittel der Beschuldigung, Ausgrenzung und Denunziation fortwirken. Ein SWR-Bericht aus dem Jahr 1964 dokumentiert solche Vorgänge in Oberschwaben und macht sichtbar, wie langlebig diese Denkmuster waren.

Gleichzeitig verfolgt die Ausstellung die neueren Umdeutungen der Hexe: als Symbol von Widerstand, Selbstbestimmung und Emanzipation, aber auch als Ausdruck einer kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte, Macht und gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Eine Ausstellung über Angst und Gewalt, über strukturelle Frauenfeindlichkeit und die Macht von Vorurteilen – aber auch über Erinnerung, Neubewertung und die Möglichkeit, sich eine einst gefürchtete Figur neu anzueignen.

In Planung – weitere Informationen folgen...

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